Mancher Betrachter dieser Seiten denkt vermutlich erstmalig darüber nach, zur Wahrung seiner Interessen eine Detektei einzuschalten. Es scheint daher angebracht, allgemein etwas über diese auf den ersten Blick doch etwas „schillernde Branche“ zu sagen:
Zunächst muss deutlich gesagt werden, dass das, was in Fernsehkrimis gezeigt wird, Unsinn ist. Den „Privatermittler“, der lässig mit seinem „Dienstausweis“ (der übrigens keinerlei offizielle Legitimation darstellt) wedelt und dem sich darauf alle Türen öffnen, gibt es nur dort. Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann heute zum Gewerbeamt gehen, ein Gewerbe als Detektiv anmelden und sich selbst einen Ausweis basteln. Brisant wird es aber vielfach dann, wenn ein ehemaliger Wachmann oder Kaufhausdetektiv beschließt, über Nacht nun plötzlich Wirtschaftsdetektiv oder Privatdetektiv sein zu wollen.
Daraus folgert, dass das Angebot von Detekteien, sowohl in den einschlägigen Printmedien, wie auch im Internet, schier unüberschaubar ist. Manche Anbieter disqualifizieren sich schon selbst, indem sie sich der deutschen Sprache in sehr merkwürdiger Form bedienen. Der intelligente Interessent wird sich bei solchen Angeboten überlegen, ob dieser Detektiv wirklich fähig ist, nuanciert zu ermitteln und schriftliche Berichte zu erstellen, die bei Anwälten und Gerichten nicht ungläubiges Staunen hervorrufen.
Im Gegensatz dazu gibt es geradezu bombastische Angebote. Da existiert z.B. im Frankfurter Raum eine englische Limited (Ltd.) mit dem enormen Haftungskapitel von immerhin rd. € 100,00 (Kommanditanteil auch ganze € 100,00), die mit vielen in- und ausländischen Niederlassungen – selbstverständlich alle mit TÜV-Zertifizierung – und noch mehr fest angestellten Mitarbeitern – natürlich ZAD-geprüft – prahlt. Einige potentielle Auftraggeber könnten so meinen, einen soliden Partner für ihr Anliegen gefunden zu haben. Bei näherem Hinschauen wird man aber feststellen, dass nichts, aber wirklich nichts stimmt. Bei dem „Hauptsitz“ in England handelt es sich um eine Briefkastenadresse und der deutsche “Inhaber” (= spiritus rector) wechselt die Aufenthaltsorte auf ständiger Flucht vor seinen Gläubigern wie andere Leute ihre Hemden. Eine normale Handelsauskunft zeigt, wie oft der “seriöse Chefdetektiv” schon die Eidesstattliche Versicherung (früher „Offenbarungseid“) abgegeben hat und daher so vermögenslos wie die sprichwörtliche Kirchenmaus ist. Nun ist es ja nicht generell verwerflich, finanziell desolat zu sein. Unseriös wird es jedoch in dem Moment, in dem man finanzielle Verpflichtungen betrügerisch eingeht und die Gläubiger anschließend auf ihren Forderungen sitzen lässt. Welche Chance hat bei einer solchen Konstellation ein Auftraggeber, nicht auch betrogen zu werden? Ist jemand, der um's finanzielle Überleben kämpft, der richtige Partner, um von Ihnen vertrauliche Daten und Interna zu erhalten resp. zu erarbeiten? Missbrauch muss dann einkalkuliert werden, bekanntlich sollte man den Bock nicht zum Gärtner machen!
Fakt ist, dass es sich bei Detektiven nicht anders verhält als bei jeder anderen Berufsgruppe, einschließlich Polizisten, Rechtsanwälten etc.: Einerseits gibt es engagierte Profis, andererseits absolute Scharlatane, leider oft mehr Spreu als Weizen.
Umso schwerer ist es natürlich für den potentiellen Auftraggeber, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wie macht man das? Hierzu folgende Tipps:
• Wer die Möglichkeit hat, sollte über die jeweilige Detektei auf jeden Fall eine normale Wirtschaftsauskunft einholen. Derartige Auskünfte gibt es z.B. bei Creditreform, Bürgel und Brad & Dunstreet für wenige Euro. Sie zeigen die Historie des Unternehmens und dokumentieren, ob es in der Vergangenheit finanziell solide gewesen ist.
• Eine schriftliche Anfrage genügt nicht, vielmehr sollten Sie ein ausführliches Gespräch – telefonisch oder persönlich – mit dem Anbieter führen. Verlassen Sie sich dann auf Ihre Lebenserfahrung und Ihre Menschenkenntnis. Wer Ihnen erzählt, dass „alles kein Problem ist“ und man „die Sache schon machen wird“, ist mit Sicherheit ein Prahlhans.
• Abhängig von der Problematik sollten Sie anschließend ein schriftliches Angebot erbitten. Ein solches ist nur dann verzichtbar, wenn es sich um eine relativ einfache Aufgabenstellung handelt.
Weitere Informationen zum Thema “Wissenswertes über Detekteien / Detektive” finden Firmenkunden unter www.HABIGHORST-KG.de und Privatkunden unter www.RITA-SCHOLZ.de .










